

Welches Bild stammt von welchem Maler? Cuno Amiet und Sigismund Righini teilten beide die Vorliebe für Farbe und Licht. Amiet war aber der experimentierfreudigere der beiden.
Er hatte Ende des 19. Jahrhunderts in der Künstlerkolonie von Pont-Aven in der Bretagne die französische Avantgarde kennengelernt. Der pointillistische Pinselstrich, der in der «Roten Landschaft» gut zu erkennen ist, ist von jener bretonischen Zeit inspiriert.
Der Pointillismus (von frz. Point = Punkt bzw. pointiller = mit Punkten darstellen) ist eine Strömung innerhalb der Malerei des späten 19. Jahrhunderts und wird dem Postimpressionismus zugerechnet. Bei dieser Maltechnik werden kleine, separate Punkte oft in Kontrastfarben nebeneinander gemalt, um ein Bild zu formen. Die Maler machten sich die Erkenntnisse aus der Optik zunutze, wonach eng nebeneinanderliegende Punkte erst im Auge des Betrachters und aus einer gewissen Entfernung heraus, zu einem Bild verschmelzen. Der Pointillismus wurde 1886 von den französischen Künstlern Georges Seurat und Paul Signac erstmals angewandt und wurde von vielen Künstlern der Avantgarde aufgegriffen. Auch Amiet übernahm die pointillistische Malweise, adaptierte sie aber auf seine eigene Art. In der «Roten Landschaft» zum Beispiel, kombinierte er Tupfen und Flächen. Die dichten blau-lila-grünen Punkte bezeichnen den Horizont über den blauen Jurahöhen, die etwas grösseren, strichförmigen Flecken den herbstlichfarbenen Wald, während vorne die Wiesen flächig gemalt sind.
Während die Motive von Amiet und Righini sehr ähnlich sind, unterscheiden sich ihre Bilder im Malduktus und der Pinselführung. Es lohnt sich also, in der Ausstellung besonders auf die Maltechnik der beiden Künstlerfreunde zu achten.
Quellen: https://malen-lernen.org; www.parnass.at/news/pointillismus; Werkverzeichnis Cuno Amiet